City Animal des Monats: Das Eichhörnchen, der wohl flinkste Kletterer in den Bäumen der Stadt
Es klettert kopfüber Baumstämme hinunter, springt scheinbar mühelos von Ast zu Ast und versteckt im Herbst überall seine Vorräte für den Winter. Das Eichhörnchen gehört zu den bekanntesten Wildtieren unserer Stadt. Doch wer den flinken Kletterkünstler etwas genauer kennenlernt, entdeckt erstaunliche Fähigkeiten und erfährt, warum das Eichhörnchen ganz nebenbei sogar beim Wachsen neuer Pflanzen hilft.
Im Sommer 2027 rückt das Eichhörnchen mitten in der Zürcher Innenstadt besonders ins Rampenlicht. Im Rahmen der Sommeraktion «City Animals» gehört es zu insgesamt fünfzehn heimischen Wildtieren, die in Form überlebensgrosser Holzskulpturen präsentiert werden. Während zehn Wochen begegnen Besucherinnen und Besucher den Figuren an verschiedenen Orten, auf öffentlichen Plätzen ebenso wie in Schaufenstern, Geschäften oder Restaurants.
In der Serie «City Animal des Monats» wird der flinke Stadtbewohner bereits jetzt schon etwas genauer unter die Lupe genommen.
Kaum etwas gehört so sehr zum Eichhörnchen wie sein grosser, buschiger Schwanz. Doch der ist weit mehr als ein hübsches Erkennungsmerkmal. Beim Klettern und Springen hilft er dem Eichhörnchen, die Balance zu halten und seine Körper in der Luft zu stabilisieren. So bewegt es sich selbst hoch oben in den Baumkronen mit einer Sicherheit, bei der einem vom Zuschauen manchmal schon schwindlig werden kann.
Eigentlich ist das Eichhörnchen ein typischer Waldbewohner. Doch es hat längst entdeckt, dass auch Städte einiges zu bieten haben. Für die Eichhörnchen sind Bäume auch im Siedlungsraum das zentrale Lebensraumelement. Jedoch ist nicht jeder Einzelbaum oder jede Baumgruppe für das Eichhörnchen gleich wertvoll. Sowohl die Baumart, die Baumartvielfalt, die Anzahl, das Alter auch die Dichte der Bäume im Gebiet spielen eine wichtige Rolle.
Untersuchungen aus verschiedenen europäischen Ländern wie Skandinavien, Grossbritannien und Italien zeigen, dass sie besonders von einer abwechslungsreichen Mischung aus Nadel- und Laubbäumen profitieren. Föhren, Fichten, Eichen, Buchen oder Walnussbäume liefern ihnen je nach Jahreszeit unterschiedliche Nahrung, von Samen und Nüssen über Früchte bis hin zu Knospen. Dieser vielfältige Speiseplan hilft den Tieren, über das ganze Jahr hinweg genügend Futter zu finden.
Vergesslich – zum Glück
Im Herbst wird aus dem Eichhörnchen ein fleissiger Vorratssammler. Ein Teil seiner Nahrung versteckt es für die kalte Jahreszeit im Boden. Genau deshalb reicht ein reicher Baumbestand allein noch nicht aus, auch unversiegelte Flächen sind für den Lebensraum der Eichhörnchen zentral. Und falls später nicht jedes Versteck wiedergefunden wird, ist das keineswegs nur Pech. Denn wenn versteckte Samen im Boden bleiben, können daraus neue Pflanzen und Bäume wachsen.
Kein Winterschlaf für das Eichhörnchen
Wenn es kalt wird, verschwinden Eichhörnchen nicht für Monate von der Bildfläche. Anders als etwa Murmeltiere halten sie keinen Winterschlaf. Bei schlechtem und kaltem Wetter verbringen sie zwar viel Zeit geschützt in ihrem Nest und können längere Ruhephasen einlegen. Geschlafen und geruht wird im sogenannten Kobel, einem kugelförmigen Nest aus Zweigen, Blättern, Moos und anderem weichen Material, das meist hoch oben in einem Baum angelegt wird. Zwischendurch werden sie jedoch aktiv, verlassen ihr Nest und machen sich auf die Suche nach ihren angelegten Vorräten.
Vielleicht huscht Ihnen schon morgen eines über den Weg oder verschwindet im nächsten Baum. Ansonsten gibt es spätesten im Sommer 2027 ein Wiedersehen, wenn das Eichhörnchen als eines der City Animals mitten in der Zürich Innenstadt zu entdecken ist.
Bildnachweis: © David Doda / wildenachbarn.ch

