City Animal des Monats: Der Graureiher – der stille Fischer von Zürich
Im Sommer 2027 bringt die City Vereinigung Zürich mit den City Animals heimische Wildtiere in die Zürcher Innenstadt. Den Auftakt der Serie «City Animal des Monats» macht der Graureiher. Ein Stadtbewohner, der oft übersehen wird und gerade deshalb zeigt, wie nah Natur und Stadtleben in Zürich beieinanderliegen.
An heissen Sommertagen suchen viele Zürcherinnen und Zürcher die Nähe zum Wasser, sei es für eine kurze Abkühlung in der Limmat, eine Mittagspause im Schatten am Zürichsee oder für ein feines Glacé am See. Wer dabei genau hinschaut, entdeckt mittendrin einen Stadtbewohner, der den Sommer auf seine ganz eigene, wunderbar entspannte Art geniesst, indem er einfach gar nichts tut. Zumindest sieht es so aus.
Der Graureiher steht am Ufer, fast unbeweglich, den Blick auf die Wasseroberfläche gerichtet. Kein Schritt zu viel, keine Hektik, kein Aufsehen. Während rundherum gebadet, spaziert und diskutiert wird, bleibt er ganz bei sich. Und genau dann, wenn sich im Wasser etwas regt, zeigt sich, wie wachsam dieser Vogel wirklich ist.
Im Sommer 2027 bekommt der Graureiher einen ganz besonderen Auftritt in der Zürcher Innenstadt. Gemeinsam mit vierzehn weiteren Wildtieren zieht er, in kunstvoller Holzform, mitten in die Zürcher Innenstadt. Im Rahmen der Sommeraktion City Animals bevölkern während zehn Wochen fünfzehn überlebensgrosse Holzskulpturen die Stadt Zürich, auf zentralen Plätzen, in Schaufenstern, in Läden, Restaurants und Geschäften. Sie machen heimische Tiere sichtbar, die in und um Zürich leben und bieten eine einmalige Innenstadterlebnis. Jede Figur ist ein Unikat, liebevoll geschnitzt aus heimischem Holz von Kunstschaffenden aus dem Zürcher Oberland.
Mit dem Graureiher startet dazu eine neue Serie: «City Animal des Monats». Einmal im Monat wir eines der Tiere der Sommeraktion 2027 vorgestellt, nicht nur die Skulptur in der Stadt, sondern das echte Tier dahinter. Wo es lebt, woran man es erkennt und was es so besonders macht. So wird aus einem Blickfang in der Innenstadt ein schöner Anlass, Zürich mit neuen Augen zu entdecken. Beim Graureiher lohnt sich dieser Blick ganz besonders.
Sein Name täuscht ein wenig
Der Graureiher heisst im Volksmund auch Fischreiher, dabei ist er in Wahrheit viel vielseitiger. Fische stehen zwar gerne auf seinem Speiseplan, doch genauso gerne verspeist er Frösche, Insekten, Reptilien, Krebse, Muscheln und auch kleine Säugetiere wie Schermäuse oder Maulwürfe. Ein echter Feinschmecker mit breitem Geschmack.
Woran man ihn erkennt
Graues Gefieder, lange Beine, ein langer Hals und ein kräftiger, dolchartiger Schnabel, der Graureiher ist eine echte Erscheinung. Im Flug zieht er den Hals elegant S-förmig ein, während die Beine weit nach hinten gestreckt bleiben. Eine Silhouette, die man, einmal gesehen, so schnell nicht mehr vergisst.
Stillstand als Strategie
Was aussieht wie Nichtstun, ist in Wahrheit meisterhafte Strategie. Der Graureiher jagt mit Geduld statt mit Tempo. Er steht regungslos im Wasser, bis ein Beutetier nah genug herankommt und schlägt dann blitzschnell und treffsicher mit dem Schnabel zu. Kein Fehlversuch, keine verschwendete Energie, dafür maximale Effizienz. Wer ihn beim Warten beobachtet, erlebt eigentlich einen Profi bei der Arbeit.
Wasser allein reicht ihm nicht
Der Graureiher braucht mehr als ein Ufer, um sich wohlzufühlen. Er bevorzugt Gewässer im Tiefland mit flachen Uferzonen, wo er reichlich Nahrung findet und grosse Bäume wie Fichten, Lärchen, Kiefern, Eichen, Buchen oder Weiden zum Ruhen und Nisten. Genau diese Mischung aus Wasser, Uferbereichen und Grünraum findet er auch in und um Zürich.
Vielleicht begegnen Sie dem Graureiher diesen Sommer zuerst am Wasser und im nächsten Jahr freudig wieder als City Animal in der Innenstadt. Vielleicht auch umgekehrt. In beiden Fällen erzählt es dieselbe schöne Geschichte über Zürich. Die Stadt ist nicht nur gebaut, belebt und geschäftig. Sie ist auch Lebensraum, für uns und für ihn. Und das ist etwas, worauf wir alle ein bisschen stolz sein dürfen.
Bildnachweis: © Beatrice Schmid / wildenachbarn.ch

